Aber das "Königreich" der Gaukler überdauerte alle. Zu den ältesten Bruderschaften fahrenden Volkes zählten die Possenreißer und Theaterspieler, Akrobaten und Zauberkünstler, die man insgesamt Gaukler nannte. Die alte Feste Breisach, eine damals reichsunmittelbare Stadt, die nur dem Kaiser unterstand, wurde von den Fahrenden gern aufgesucht, da sie ihnen sicheren Schutz und als Knotenpunkt an Handelswegen und Wasserstraße auch gute Einnahmen bot. Besonders bei den jeweils dreitägigen Jahrmärkten, bei denen Kaufleute aus Basel, Colmar, Straßburg usw. ihre Waren feilboten, strömten die Landleute in Scharen herbei. Beim Empfang von Kaisern, Königen und Fürsten waren die Gaukler und Pfeifer hochwillkommen. So war es auch im Februar 1283 als Kaiser Rudolf von Habsburg eine Versammlung des breisgauischen Adels wegen Zwistes zwischen der Stadt Freiburg und Graf Egon abhielt. Nach den Verhandlungen wurde dann fröhliche "Vasinaht" gefeiert.
Gaukler, 15.Jahrhundert
Gaukler, Pfyffer, Trumpter und das ganze fahrende Volk des Oberrheingebietes erfreuten die Herren, dass sie sich lange dieses Gauklertages in Breisach erinnerten. Auch unter den Nachfahren des Kaisers kam dieses fahrende Volk immer wieder nach Breisach, um Adel und begüterte Bürgerschaft zu ergötzen. Wie die Zünfte, so schlossen sich auch die Spaßmacher zusammen, unterstellten sich einem mächtigen Herrn und hielten streng auf Zucht und Ordnung. Von Karl IV erhielten sie sogar eigene Privilegien.