Eine ganz ähnlich entstandene und geartete Zunft, die regelmäßig auf rechtsrheinischem Boden ihre Verbandstage abhielt, bildeten die Kessel- und Kupferschmiede. Die Keßler unseres Gebietes stellten sich unter das Patronat derer von Rathsamhausen, die also, wie die Herren von Rappoltstein, nun ebenfalls ein seltsames Königreich inne hatten.
Jene waren als Pfeiferkönige bekannt, während die Rathsamhausen, ein alteingesessenes Breisacher Adelsgeschlecht, als Keßler berühmt wurden. Alle Streitigkeiten, "Spänne und Irrungen"" wurden alljährlich auf der Keßlertagung in Breisach entschieden.
Der letzte nachweisbare Keßlertag fand im Jahre 1717 statt. Das Keßlersiegel war von 1399 bis 1717 im Gebrauch und zeigt einen schwarzen Kupferkessel über drei roten Bergen und wurde in allen deutschen Landen anerkannt. Zu den Keßlertagen stellten sich neben zahllosen Pfeifern aus Rappoltsweiler auch die Gaukler gern in Breisach ein. Für die alte freie Reichsstadt Breisach waren die Gauklertage zu Fastnacht und die Keßlertage im Juli gerngesehene Veranstaltungen. Mit dem Erstarken der Staatsgewalt nach dem Dreißigjährigen Krieg war die Macht der Edelleute gebrochen und die Bruderschaft fiel auseinander, die Erinnerung an den Zunft,- Gerichts- und Festtag der Keßler jedoch wurde von Generation zu Generation in Breisach wachgehalten.