Außerhalb der Verbände des Bürgertums und der Zünfte waren die Nichtseßhaften, die "fahrenden Leute" geblieben. Auch sie mußten sich eine zunftmäßige Vereinigung unter einem Mächtigen schaffen. Scharen von Nomaden, Spielleuten und Sängern, "Spiellüt" genannt, zogen von Schloß zu Schloß, um die hohen Taten des Rittertums zu preisen und von Dorf zu Dorf, um die Landbevölkerung zu unterhalten. Da sie von der Wohltat der herrschenden Gesetze ausgeschlossen waren, baten sie Kaiser Karl IV, einen großen Verehrer von Gesang und Musik, um Schutz und Schirm. Dieser errichtete die Bruderschaft der "Pfyffer, Trummler und Trumpter", gab eigene Privilegien und stellte sie in den Ländern am Oberrhein unter das Protektorat der elsässischen Herren von Rappoltstein, die ihrerseits die Gewalt einem Musikanten ihres Hofes, den sie Pfeiferkönig nannten, übertrugen.

 

Zum Tag "Mariä Geburt" hatten sich alle Mitglieder der Bruderschaft in Rappoltsweiler einzustellen, um den Festtag aller "Pfyffer, Trummler und Trumpter" zu feiern.