Die Geschichte der Stadt Breisach erzählt von unzähligen Überfällen und Kriegen, von Schweden-Belagerung, vom bösen Landvogt Peter von Hagenbach, vom Pandurenobersten von der Trenck, von vielen Beschießungen und Not, aber auch von zahlreichen Gauklertagen, Reichs- und Keßlertagen. Dass die Pandurenhorden des Ulrich von der Trenck ihr Hauptquartier monatelang im Vorort Hochstetten hatten, wissen in Breisach schon die Kinder. Deshalb liegt es nahe, daß die Hochstetter Panduren am Gauklertag am Fasent-Sonntag und Fasent-Dienstag alljährlich einreiten und marschieren und ihre Tänze vorführen und dass das Narrennest "Algerio" (Keßler-Gilde) zum Gauklertag jeweils eine erstaunliche Großgruppendarstellung bietet. Landvogt Peter von Hagenbach hat nach seiner Vermählung in Breisach im Jahre 1474 übrigens zur Fastnacht geladen, mit einem Einladungstext, der überliefert ist. Daß es dabei schon recht ausgelassen zuging, zeigt der Bericht, nach dem Hagenbach vom Wein erhitzt, zehn Tänze über Tische und Stühle tat, wobei ihm die ganze Gesellschaft folgen mußte "so dass manche schöne Frau zart / des langen Tanzes siech ward / und zwei fromme Frauen gar / nit uslebeten dasselbe Jahr."

Von der Bedeutung der Stadt Breisach vor mehr als 500 Jahren zeugt übrigens die Schluß-Vignette der Erstausgabe von Sebastian Brants Narrenschiff, gedruckt zu Basel. Dort ist das Wappen der Stadt Breisach mit den sechs Bergen und dem alten Spruch der Zunft "Nuet on Ursach" zu sehen.
Einen Bruch der närrischen Geschichte gab es durch die völlige Zerstörung der Stadt anno 1793. Danach dauerte es Jahrzehnte bis der alte Frohsinn wiederkehrte.